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 Meilensteine der Strom- und Datenkabelnetze
   

Das erste Transatlantik-Kabel

Der geistige Vater des ersten Transatlantik- Kabels war Cyrus W. Field, ein New Yorker Papierfabrikant. Er gründete 1854 ein Unternehmen, das ein Kabel auf dem sogenannten „Telegraphic Plateau“ - eine Tiefseeebene zwischen Irland und Neufundland - verlegen sollte. Dieses gleichmäßig sandig und ohne schroffe Felsen verlaufende Plateau hatte ein Jahr zuvor der amerikanische Marineleutnant Matthew F. Maury entdeckt. Neben Maury konnte Cyrus W. Field Wissenschaftler wie Morse, Faraday und Kelvin sowie die amerikanische und englische Regierung für sein Projekt gewinnen. Bei der englischen Kabelfirma "Glass Elliot" aus Greenwich bestellt Field 1857 ein 4.000 km langes Kupferkabel.




Es bestand aus einem elektrisch leitenden Strang von sechs Kupferdrähten, die mit einem siebten verseilt waren. Darüber lagen drei getrennte Schichten Guttapercha als Isolierung und Mantel, um welchen wiederum achtzehn Eisenstränge gewickelt waren. Mit einem Gewicht von 2.500 Tonnen war das Kabel allerdings so schwer, dass die Tragkraft der größten Frachtschiffe nicht ausreichte. Mit Hilfe der beiden größten Schiffe der britischen und amerikanischen Kriegsmarine begann die Verlegung. Das Kabel spulte sich allerdings so schnell ab, dass es beim abrupten Abbremsen riss und verloren ging. Das Ansehen der Firma Siemens stieg daraufhin europaweit an, nachdem diese eine Theorie zur Berechnung der notwendigen Bremskraft auf eine Kabeltrommel entwickelt hatte.

Erfolgreiche Verlegung
Die transatlantische Verlegung war erst im 5. Versuch erfolgreich, nachdem in der Mitte des Atlantischen Ozeans die stärker armierten Kabel miteinander verbunden wurden und die beiden Schiffe in entgegengesetzter Richtung davon fuhren. Während der Fahrt reißt das Kabel mehrmals und musste auf hoher See aufwändig repariert werden. Am 7. August 1858 war das Kabel nach sechswöchiger Knochenarbeit endlich komplett verlegt. Aber die Freude währt nicht lange. Bei der offiziellen Einweihung des Transatlantikkabels gab es bereits Schwierigkeiten. Die Überlieferung der Grußbotschaft der englischen Königin an den amerikanischen Präsidenten dauert 16 Stunden, obwohl die Nachricht nur ca. 100 Wörter umfasste. Im September 1858 bricht dann das Kabel, wobei in den 4 Betriebswochen etwa 400 Nachrichten übertragen wurden.
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